Hackathons: Ein gutes Tool für die Eventbranche?

Hackathons haben sich längst auch außerhalb der Tech-Industrie als Geheimwaffe für disruptives Brainstorming herumgesprochen. Auch die Eventbranche kann von ihren Möglichkeiten profitieren. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen diese neue Collaboration-Methode genauer vor und beleuchten ihre Vor- und Nachteile.

Ein Hackathon ist ein Collaboration-Event aus der Programmiererszene. Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Skillsets treffen sich an einem bestimmten Ort, um innerhalb eines festgelegten Zeitraums ungewöhnliche Konzepte für traditionelle Szenarien zu erdenken. Bestehende Standards, Workflows oder bisher unlösbare Probleme können diesen intensiven Brainstormingsessions zum Opfer fallen. Ein erfolgreich durchgeführter Hackathon resultiert oft in einer Fülle an neuen Prototypen, Apps oder Prozess-Workflows.

Alte Konzepte neu gedacht – auch im Eventbereich?

Inzwischen haben sich Hackathons auch außerhalb der Tech-Szene herumgesprochen. Ursprünglich kommt diese Methode aus den USA, wo beispielsweise Banken einen Teil ihrer Angestellten an neuen Ideen und Konzepten feilen lassen. Auch in tech-fremden Branchen wie der Mode gibt es immer wieder Hackathons, bei denen die eigenen Methoden disruptiv neu beleuchtet werden.

Für die Eventbranche sind Hackathons ein nützliches Tool – beispielsweise, um innerhalb des eigenen Unternehmens altbewährte Eventkonzepte neu zu betrachten. Wir haben uns daher einmal genauer angesehen, welche Vor- und Nachteile Hackathons mit sich bringen.

Mit Hackathons in kurzer Zeit viel erreichen

Der offenkundigste Vorteil eines Hackathons ist die Effizienz, die ein zeitlich begrenztes, projektbasiertes Arbeitsevent mit sich bringt. Innerhalb von Stunden, Tagen oder auch Wochenenden bearbeiten kleine Teams Fragestellungen, die im Idealfall komplett neue Sichtweisen auf althergebrachte Methoden liefern. Die besten Aufgabestellungen sind meistens offene Fragen ohne genauere Zielvorgaben: Wie können wir mehr Kunden erreichen? Wie wird der interne Freigabeprozess flüssiger? Können wir unser Hauptprodukt oder unsere Kernkompetenz mal ganz anders betrachten?

Neben den verschiedenen Lösungsansätzen entsteht meistens darüber hinaus auch noch ein ganz anderer, wichtiger Benefit: Derart intensives Collaboration-Events sind ein idealer Nährboden für nachhaltiges Teambuilding, das abteilungsübergreifende Synergien und einen stärkeren Zusammenhalt im Unternehmen fördert. Gerade in größeren Firmen kennen sich die einzelnen Abteilungen oft gar nicht so gut. Auf einem Hackathon wird sich dies innerhalb kürzester Zeit ändern.

Radikal umdenken, neue Lösungen finden

Auch die Eventabteilungen in Unternehmen können die Vorteile eines Hackathons für sich nutzen. Sehen Sie sich in einer internen Session Ihre bewährten Konzepte an und überlegen, was in Zukunft anders angegangen werden kann – und was nach wie vor passt.
Oder Sie gehen noch einen Schritt weiter und denken das Prinzip Festival neu, oder Konzerte, Ausstellungen und Incentives. Gerade unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit können mit der geballten Brainforce eines Hackathons völlig neue Ideen entstehen – die ganz nebenbei noch ein paar Probleme lösen, die bisher als unvermeidbar gelten.

 

Aller Vorteile zum Trotz – Hackathons kosten Zeit und Geld

Bevor Sie jetzt begeistert anfangen, Ihren eigenen Hackathon zu planen, sollten wir noch kurz auf ein paar offenkundige Nachteile zu sprechen kommen: Hackathons kosten Geld und Zeit. Nicht nur Kosten für Location, Catering und Ausstattung fallen an. Um eine kreative Atmosphäre zu schaffen, muss auch Geld für die Inszenierung in die Hand genommen werden. Ein Hackathon ist außerdem an sich ein Event, das geplant und betreut werden muss. Bei mehrtätigen Events muss zusätzlich zur Kost auch für Logis gesorgt werden. Auch der Arbeitsausfall der Teilnehmer im Tagesgeschäft muss einkalkuliert werden.

Wenig Kontrolle über den Output

Die größten Vorteile von Hackathons bergen zudem auch gewisse Risiken. Der Veranstalter hat durch den großen Freiraum, der den Teams gewährt wird, wenig Kontrolle über den Verlauf der einzelnen Projekte und muss den Teams großes Vertrauen entgegenbringen. Zusätzlich ist der Output eines Hackathons nicht immer komplett verwertbar. Wenn das Thema nicht ansprechend genug ist oder zu hohe Erwartungen an die Teams gesetzt werden, kann ein Hackathon auch zur Bauchlandung werden.

Insgesamt sind Hackathons trotzdem eine spannende neue Idee, die verborgenes Potenzial aufdecken und Unternehmen den Weg in die richtige Richtung weisen kann. Wer das nötige Budget und die Zeit hat, ist sicher gut beraten, ein solches Event für die Zukunft in Betracht zu ziehen.

2017-06-14T14:15:39+00:00 14.06.2017|Co-Laborate|