Oktoberfest 2017 – Kuriose Wiesn-Geschichten, die Sie noch nicht kannten

Nur noch wenige Tage und es geht wieder rund auf der Theresienwiese in München. Das Oktoberfest findet heuer vom 16.9.-3.10.2017 zum 184. Mal statt. Das größte Volksfest der Welt versetzt die Stadt alljährlich in den Ausnahmezustand: Einheimische und Touristen aus aller Welt feiern ausgelassen und zumeist friedlich im Münchner Spätsommer. Dabei kommt es jedes Jahr zu kuriosen Geschichten, neuen Erfindungen und Skandalen. Wir haben zur Einstimmung auf die fünfte Münchner Jahreszeit ein paar alte und neue Wiesn-Stories gesammelt.

Das bekannteste Wiesn-Lied kommt aus Sachsen

Zwischen zünftiger Volksmusik und beliebten Gassenhauern der letzten Jahrzehnte ertönt in regelmäßigen Abständen vor allem ein Lied immer wieder: Das Prosit. Man möchte meinen, dass es sich hierbei um ein bayrisches Urgestein handelt. Doch das ist falsch. Der Komponist des Prosits, Bernhard Dietrich, kommt aus Chemnitz und hat das Lied ursprünglich ohne den bayrischen Zusatz „Oans, zwoa, gsuffa!“ verfasst. Seit 1912 schallt sein Prosit aus allen Festzelten des Oktoberfests – und ist somit eines der wichtigsten importierten Kulturgüter

Papierhosen für Hobby-Exhibitionisten

Wo das Bier in Strömen fließt, kommt es natürlich früher oder später zu ausgelassener Feierstimmung. So manch ein Betrunkener verleiht seiner rauschigen Freude dadurch Ausdruck, dass er sich einem oder mehreren Kleidungsstücken entledigt – die Gründe sind im Nachhinein meistens nicht mehr nachvollziehbar. Damit jedoch niemand ohne Hose den Heimweg antreten muss, verteilt das Rote Kreuz Papierhosen an Betrunkene, die ihre eigene im Rausch verloren haben. Auf der Wiesn wird Erste Hilfe eben mitunter auch anders interpretiert.

Lampenfieber, du teuflisches Gift…

Kaum jemand steht zu Beginn des Oktoberfests so im Rampenlicht wie der aktuell amtierende Oberbürgermeister von München. Seit 1950 wird von ihm das erste Bierfass der Wiesn im Schottenhamel angezapft. Was aus einer spontanen Idee heraus entstand und damals Thomas Wimmer noch mit 19 Schlägen, gefolgt vom Ausruf „O‘zapft is!“ erledigte, perfektionierte Christian Ude während seiner langen Amtszeit zu einem sauberen Anstich mit nur zwei Schlägen. Dass in einem solchen Moment die Nerven blank liegen und es dabei zum ein oder anderen lustigen Hirndreher kommen kann, zeigte OB Erich Kiesl im Jahr 1976: Nach seinem erfolgreichen Anstich verkündete er lautstark: „I‘zapft os!“

Ein Skandal im Sperrbezirk

…wurde 2009 gerade noch vom KVR München verhindert: Die Betreiber des stadtbekannten Bordells „Pascha“ hatten sich zur damaligen Wiesn eine besondere Maßnahme zur Kundengewinnung einfallen lassen. Es sollte einen kostenlosen Shuttle-Bus geben, der interessierte Besucher direkt vom Oktoberfest ins Pascha fährt. Diese sicherlich sehr einträgliche Idee wurde jedoch im letzten Moment gestoppt und viele Wiesnbesucher vor weiteren empfindlichen Kosten bewahrt.

Die Modetrends zum Oktoberfest 2017

Auch in diesem Jahr hat Tracht Konjunktur. Neben einfachen Dirndln und Lederhosen zum Schleuderpreis, wie man sie aktuell bei Aldi und Lidl kaufen kann, gibt es in die andere Richtung jedoch auch spannende Auswüchse: Die Stuttgarterin Kinga Mathe hat zur diesjährigen Saison ein aus edelsten Stoffen bestehendes Dirndl zum Preis von 27.500 Euro designt. Die teure Tracht besteht komplett aus Seide und einer der Knöpfe am Mieder enthält einen Diamanten.
Etwas pragmatischer geht es bei Adidas zu: Der Sporthersteller hat sein diesjähriges Sneakermodell „München MIG“ präsentiert und wirbt damit, dass die Oberfläche mit einer bierabweisenden Schicht bezogen ist. Welche Flüssigkeiten der im Trachtenstil gehaltene Turnschuh noch abweist, können Sie sich sicher auch vorstellen.

Mythos Wiesnbedienung

Um die Arbeit und vor allem den Verdienst der Oktoberfestbedienungen ranken sich die Legenden. Manch einer dichtet den für ihr Durchsetzungsvermögen und ihre Kraft berühmten Frauen (und Männern) sagenhafte Gehälter an. Bis zu 15.000 Euro in zwei Wochen sollen die Wiesnbedienungen verdienen. Die Realität sieht nicht ganz so glänzend, aber immer noch einträglich aus: Im Schnitt verdienen Bedienungen in den Festzelten ca. 5200 Euro, in den Promi-Boxen kann es schon auch mal mehr werden. Die Jobs sind jedoch unabhängig vom Einsatzort heißbegehrt: Viele Wiesnbedienungen geben ihre Stelle in der Familie weiter und offene Stelle sind innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Die Wiesnbedienungen sind die Goldstücke auf dem Oktoberfest: Bis zu 18 Maßkrüge schleppen selbst kleine Frauen. Dies ist quasi Fitnesstraining mit dem Bierkrug. Ein Liter Bier wiegt ungefähr ein Kilogramm und ein leerer Masskrug ca. 1.300 Gramm: Somit wiegt die Oktoberfest Maß Bier 2.300 Gramm. Schleppt eine Bedienung auf einmal 18 Maßkrüge, sind das 41,4 Kilogramm!

Wir sind gespannt, was für Geschicht’n, Attraktionen, schöne Momente und Aufreger in diesem Jahr auf die Oktoberfestbesucher warten. Wir wünschen Ihnen jedenfalls viel Spaß!

2017-09-14T15:28:11+00:00 12.09.2017|Team Seefried, Team Seefried Group|